#54 REWE Freidank zeigt, was Inklusion bedeutet

Shownotes

Habt ihr Fragen, Anregungen oder Themen- bzw. Gästevorschläge, schreibt uns gerne eine Mail an: ladengefluester@rewe-dortmund.de

Moderatorin: Annika Sadowski

Gäste: Melanie Gebel, Lars Süwolto

Redakteurinnen: Isa-Maja Kötter, Annika Sadowski

REWE Dortmund

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00:00:00:

00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zu Ladengeflüster, dem Mitarbeiter in den Podcast der Rewe Dortmund.

00:00:13: Mein Name ist Annika Sadovski

00:00:15: und in

00:00:15: unserem Podcast sprechen wir jede zweite Woche mit Menschen, die in der Rewe Dortmund Welt unterwegs sind.

00:00:22: In der heutigen Folge sprechen wir über das Thema Inklusion.

00:00:25: Wie gelingt es, Menschen mit Behinderung in den Arbeitsalltag zu integrieren und warum ist das oft einfacher, als man denkt?

00:00:31: Dazu sprechen wir heute im Rewe Markt Freidank in Böhnen mit zwei tollen Gästen.

00:00:36: Melanie Gebel, die hier mit ihrem REWE Team eine Inklusionsabteilung gegründet hat und mit Lasse Volcho, der bei uns im Frische Zentrum in Betriebsrat ist und das Freitagteam bei der Umsetzung unterstützt hat.

00:00:47: Hallo ihr zwei, schön, dass ich da sein darf.

00:00:50: Hallo.

00:00:51: Hi.

00:00:52: Ich freue mich, dass ihr heute meine Gäste seid.

00:00:54: Bevor wir loslegen, erzählt mir doch mal was zum Start.

00:00:57: Wer seid ihr und was macht ihr hier?

00:01:01: Also, mein Name ist Melanie Gebel.

00:01:03: Ich arbeite bei REWE Freidank.

00:01:05: Ich bin jetzt relativ frisch dabei und ich kümmere mich um die Inklusionsabteilung und um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und unterstütze die Personalabteilung im Backoffice.

00:01:18: Und du Lars?

00:01:19: Ich bin der Lars de Volto, arbeite im frische Zentrum bei uns als Betriebsratsvorsitzender und Schwerbindernvertretung und bin dadurch auch zum Thema Inklusion gekommen.

00:01:30: Und was macht ihr hier bei REWE und wie ist vor allen Dingen euer bisheriger Karriereweg gelaufen?

00:01:36: Also ich bin ganz neu bei REWE und habe vorher einem anderen großen Pharmakonzern gearbeitet und war bin eigentlich gelernte Reiseverkehrskauffrau und habe mich da im Kongresse und alle und Vorstände gekümmert um die Reisen.

00:01:50: Ja und bin jetzt seit Sommer

00:01:51: dabei.

00:01:54: Ja bei mir wird es ganz wild.

00:01:55: Ich war, ich bin seit als Kraftfahrer angefangen und bin dann im frische Zentrum zum Betriebsrat gewählt worden, zum stellvertretenden Vorsitzenden, kurz danach oder in der nächsten Amtszeit dann zum Vorsitzenden und sitz jetzt hier.

00:02:16: Bist du auch so reingerutscht dann?

00:02:18: Total.

00:02:19: Und heute beschäftigen wir uns vor allen Dingen mit dem Thema Inklusion.

00:02:23: Und jetzt gucken wir mal, wie ihr dazu gekommen seid.

00:02:26: Melanie, bei euch im Markt hat sich ja in letzter Zeit einiges getan.

00:02:30: Ihr habt eine Inklusionsabteilung gegründet, da hast du gerade schon ein bisschen was zu erzählt.

00:02:34: Und ihr habt neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt.

00:02:37: Wie kam es denn dazu?

00:02:38: Also es gab einen Inklusionsmarkt in Ona und der wurde geschlossen und wir konnten dann einige Mitarbeiter übernehmen und ihnen die Chance geben auf dem Arbeitsmarkt weiter zu arbeiten.

00:02:52: War das von vornherein geplant oder habt ihr einfach spontan gesagt, hey wir wollen da helfen, wie kamen?

00:02:58: Also das war relativ spontan, der Markt wurde geschlossen und wir wurden angesprochen, ob wir uns das vorstellen können.

00:03:05: und dann haben wir gesagt sehr gerne.

00:03:07: Ja und jetzt haben wir einige Mitarbeiter bei uns in Böden.

00:03:10: Und wie groß ist euer Team jetzt hier, wie hat sich der Alltag bei euch verändert?

00:03:15: Wir sind circa fünfzig Leute.

00:03:17: Und es hat sich schon etwas verändert, weil der Markt wurde ja ganz frisch übernommen, überhaupt auch hier in Böden und jetzt haben wir noch sechs tolle Mitarbeiter dazu bekommen, die natürlich einiges an Unterstützung benötigen und das Team rockt es hier ganz gut.

00:03:34: Und wie würdest du sagen, hat sich euer Arbeitsalltag verändert?

00:03:39: Also der Arbeitsalltag hat sich in dem Sinne verändert, dass viele Aufgaben neu überdacht werden müssen, dass man Themen ändern muss, anders angehen muss, um die Mitarbeiter zu unterstützen.

00:03:52: Ja, es haben sich einige Strukturen geändert.

00:03:55: Und ja, das ist eigentlich das grobe, sag ich mal.

00:04:01: Wie würdest du denn sagen, wie erlebst du seitdem die Zusammenarbeit im Team?

00:04:04: Also wir haben zum Beispiel auch die anderen Kolleginnen und Kollegen auf die neuen Mitarbeiter reagiert?

00:04:09: Also alle durchweg positiv.

00:04:11: Ich hatte jetzt schon viele Gespräche natürlich mit den Inklusionsmitarbeiter und auch mit den anderen und es klappt sehr gut.

00:04:19: Also alle sind positiv, die Kunden reagieren positiv und alle haben sich gut in den Arbeitsalltag eingefunden.

00:04:26: Es gibt natürlich mal immer hier und da Unterstützungsbedarf klar und ja aber ansonsten haben sich alle gut eingelebt würde ich behaupten.

00:04:36: Jetzt hast du gerade gesagt, dass sich der Arbeitsalltag verändert hat, dass sich die Strukturen ein bisschen geändert haben.

00:04:43: Hast du ein paar Beispiele?

00:04:44: oder habt ihr vielleicht auch bestimmte Maßnahmen einfach ergriffen, um den Alltag für alle reibungslos und anders zu gestalten?

00:04:51: Wie sah das so konkret aus?

00:04:53: Also ich weiß, dass ich habe mit dem Marktlater jetzt viel gesprochen hier in Böden und er sagte, dass Aufgaben einfach neu überdacht werden, dass man sagt okay.

00:05:03: Das wurde vorher so und so gemacht.

00:05:05: Die Arbeitsschritte waren, ich sag jetzt mal, immer gleich.

00:05:08: Und das wurde jetzt für die Personen dann oft geändert, dass die sich das anders einteilen können.

00:05:12: Auch die Arbeitszeiten können anders angepasst werden.

00:05:15: Die Mitarbeitenden können im Grunde so anfangen, wie sie möchten, in Anführungsstrichen.

00:05:20: Es gibt natürlich einen frühen Mittel- und Späddienst.

00:05:22: Aber wir haben halt eine weitere Anreise oft.

00:05:25: Wir sind auf Bus und Bahn angewiesen.

00:05:28: den Menschen zu erleichtern, sagen wir einfach, okay, ihr müsst nicht um sechs anfangen, sondern ihr könnt dann später beginnen.

00:05:36: Das heißt, ihr geht einfach aufeinander zu und schaut, wie

00:05:39: ihr das dann

00:05:40: alles zusammen gemeinsam gestalten

00:05:41: könnt.

00:05:42: Genau.

00:05:42: Schöne Sache, sehr cool.

00:05:45: Wie habt ihr die Kollegen denn neu im Team eingearbeitet?

00:05:48: Also gab es da auch Unterstützung von Revo oder externen Partner?

00:05:51: Ohne

00:05:51: den Lars hätte ich am Anfang, ehrlich gesagt, nicht so viel verstanden.

00:05:56: Es gab viele Abkürzungen, es gibt viele Personen, die da noch mit drin hängen, sei es der LWL, der LVR, Integrationsfachdienst und alle Menschen.

00:06:07: Es klingt schon

00:06:07: kompliziert, was ist das alles?

00:06:09: Genau, und die haben alle Abkürzungen.

00:06:11: Ich habe am Anfang gedacht, oh Gott, oh Gott, oh Gott.

00:06:13: Ich habe wenig verstanden und deshalb war der Lars eine super Unterstützung.

00:06:16: oder ist eine super Unterstützung, weil ich ihn noch oft anrufe und sage, lass, ich weiß nicht, was ich tun soll.

00:06:22: Und dann hilft er

00:06:23: mir.

00:06:24: Das heißt, ihr steht da auch weiterhin immer im Austausch und unterstützt euch immer noch gegenseitig.

00:06:29: Auf jeden Fall.

00:06:30: Unterstützung von extern.

00:06:32: Wir haben einen Sozialpädagogen, der ansprechbar ist und ansonsten macht das das Team um den Marktleiter herum.

00:06:41: Welche Aufgaben übernehmen die neuen Kolleginnen und Kollegen?

00:06:44: Gibt es da neue Abläufe und Hilfsmittel vielleicht auch dazu?

00:06:47: Oder sind das jetzt vor allen Dingen Schichten, die sich geändert haben?

00:06:51: Nee, also das eigentlich nicht.

00:06:53: Die werden überall eingesetzt.

00:06:54: Ein Räumen der Ware, Getränkeshop.

00:06:57: an der Kasse, sitzen zwei Mitarbeiter.

00:07:01: Wir haben eine, normalerweise werden die Kassen hier immer gewechselt.

00:07:04: Das ist eigentlich so ein schönes Beispiel.

00:07:05: Und ein Herr sinkt gerne beim Kassieren.

00:07:09: Und das braucht er auch, um sich zu konzentrieren.

00:07:10: Jetzt wurde eine feste Kasse für ihn eingerichtet, damit er so ein bisschen abseits von den anderen ist, weil sich natürlich alle anderen dann ein bisschen schwieriger konzentrieren können.

00:07:18: Genau, das ist eigentlich ein so schönes Beispiel, was dann geändert wurde, sag

00:07:22: ich mal.

00:07:22: Wir haben ein bisschen musikalische Begleitung beim Einkaufen.

00:07:25: Fände ich jetzt total cool.

00:07:27: Nein, aber ein schönes Beispiel, dass man da eben auch Räume schafft und sagt, wir strukturieren das jetzt anders.

00:07:32: Toll, wie aufeinander zugeht.

00:07:34: Und ich habe das Gefühl, es gibt dann eigentlich kaum Unterschiede, wenn die Kolleginnen und Kollegen alle Aufgaben ebenso erledigen.

00:07:41: Ja, also es gibt in dem Sinne Unterschiede, dass nicht Es können nicht viele Aufgaben hintereinander zum Beispiel erledigt werden.

00:07:48: Man gibt eine Aufgabe ab, die wird erledigt und dann gibt man ein Neues.

00:07:52: Es ist natürlich schon so, dass die Menschen einfach eine Einschränkung haben, aber auch natürlich super andere Stärken haben.

00:07:59: Und ich habe jetzt viel beobachtet in dem Markt letzte Woche auch nochmal.

00:08:03: Wir haben zum Beispiel einen, der kann nur Lippen lesen, der ist gehörgeschädigt zu ein Hundert Prozent.

00:08:08: Der wird oft von Kunden angesprochen und das ist einfach wunderbar, wie das funktioniert, obwohl er nichts hört.

00:08:14: Und ja.

00:08:16: Schön.

00:08:16: Ja.

00:08:17: Ein gutes Beispiel.

00:08:18: Wahnsinn.

00:08:18: Und eine wahnsinnige Fähigkeit, die er da an den Tag legt.

00:08:24: Wie erlebst du denn die Reaktion der Kundschaft, wenn es überhaupt welche gibt, wenn es irgendwie auffällt?

00:08:30: Positiv.

00:08:30: Also ich habe natürlich auch mit den Mitarbeitern gesprochen.

00:08:33: Es gibt Situationen, Einer her, der an der Kasse sitzt, der zwischendurch sinkt.

00:08:38: Er sagt, er hat das Gefühl manchmal, weil er ein bisschen langsamer ist, hat er das Gefühl, die Kunden gehen weg zu einer anderen Kasse.

00:08:45: Aber man kann natürlich nicht einschätzen, ist es wirklich, weil er zu langsam ist oder ist es einfach, weil ich als Kunde denke, ich gehe jetzt an die Kasse, weil da stehen nur noch zwei oder so.

00:08:53: Ich weiß gar nicht.

00:08:54: Also ich hab das Gefühl, es ist durchweg positiv.

00:08:57: Wenn viel angesprochen, jeder geht mit und hilft den Kunden.

00:09:01: Und ja, ich empfinde es durchweg positiv und die Mitarbeiter

00:09:05: auch.

00:09:06: Sehr schön.

00:09:07: Gute Sache.

00:09:08: Jetzt hast du von der Inklusionsabteilung bei euch auch gesprochen.

00:09:13: Was bedeutet das denn konkret?

00:09:14: Also welche Unterstützung bietest du beispielsweise den Teammitgliedern mit Behinderung konkret?

00:09:20: Also ich unterstütze in dem Sinne, dass ich öfter Gespräche führe, ob es Probleme gibt, Feedback oder natürlich auch positive Anmerkungen,

00:09:29: ob

00:09:30: Hilfsmittel benötigt werden, die ich dann beantragen kann.

00:09:34: Es geht um Förderung, die wir beantragen und genau das sind eigentlich die Hauptthemen

00:09:39: dann.

00:09:41: Und wie waren konkret die ersten Schritte, um bei euch im Markt ein inklusives Konzept umzusetzen?

00:09:48: Dass wir erstmal Gespräche mit zum Beispiel der Handwerkskammer geführt haben, um überhaupt ein positives Go zu bekommen für eine Inklusionsabteilung und es müssen vier Mitarbeiter mit Einschränkungen eingestellt werden, damit man überhaupt eine Inklusionsabteilung werden kann.

00:10:03: oder gründen kann, was dann natürlich wieder andere Vorteile hat mit Förderungen und dass es einfach ein bisschen einfacher ist.

00:10:11: Ja und allein auch dieses ganze Wissen um ja die Möglichkeiten die man hat im Einzelhandel Menschen mit Behinderungen einzustellen und sie in dem Alltag zu unterstützen.

00:10:21: Genau.

00:10:22: Das ist glaube ich total wertvoll.

00:10:24: Da leistet ihr einen sehr großen Beitrag.

00:10:27: Was bedeutet denn die Inklusionsabteilung auch für die Zukunft bei euch?

00:10:32: Ja, ich hoffe, dass wir einfach viele Menschen finden, die bei uns arbeiten möchten und einfach eine Chance haben, auf den, auch zum Beispiel, ersten Arbeitsplatz aus Werkstätten zu kommen.

00:10:42: Das finde ich persönlich toll, weil es natürlich schwierig ist, aus einer Werkstatt raus überhaupt auf den ersten Arbeitsplatz zu kommen.

00:10:50: Und das finde ich großartig, wenn das funktioniert.

00:10:53: Aber auch ich finde es super, wenn jemand bei uns die Ausbildung macht, der von der Förderschule kommt oder denkt.

00:10:59: Das kann ich gar nicht, weil ich zum Beispiel Taub bin oder ich weiß nicht, ob ich eine andere Anschränkung habe.

00:11:05: Ich finde es super, wenn das einfach immer weitergeht und dass irgendwann gar kein Thema mehr ist, dass man automatisch sagen kann, so werde ich mich einfach bei Revo, obwohl ich die und die Lernschwäche oder Einschränkungen habe.

00:11:18: Ein sehr schönes Ziel, haltet da auf jeden Fall weiter dran fest.

00:11:21: und auch super, dass ihr halt immer weiter macht, dass ihr jetzt nicht sagt, wir haben die Kolleginnen und Kollegen ... was dem inklusiven Markt jetzt übernommen, der damals geschlossen hat, sondern dass sie eben auch weiter sagt, ihr wollt daran festhalten und den Menschen mit Einschränkungen weiterhin eine gute Stütze sein.

00:11:38: Sehr schön.

00:11:39: Lars, kommen wir doch mal zu dir.

00:11:42: Du bist bei uns im Betriebsrat, im Frischezentrum und setzt dich da auch für die Mitarbeitenden ein.

00:11:47: Außerdem hast du jetzt Melanie und ihr Team bei der Umsetzung der Inklusionsabteilung unterstützt.

00:11:52: Welche Rolle hattest du dabei?

00:11:54: Also wie hast du da konkret geholfen?

00:11:56: Ja, im Zuge meiner Tätigkeit als schwerbindernden Vertretung wurde ich gefragt, ob ich mir davor stellen könnte, dabei zu unterstützen, weil bei dem Markt, der halt geschlossen, der schließen sollte, die Mitarbeitenden halt verteilt werden sollten, wenn möglich bei uns bei der REWE.

00:12:11: Ja, und dann wurde ich unterstützt aus dem HR-Bereich und wir sind dann auf REWE Freidang zugegangen, die sich auch sofort bereit erklärt hatten, damit zu machen.

00:12:22: Und dann haben wir uns, ich glaube, jetzt ist ja war das Anfang des Jahres, ich weiß es gar nicht mehr, haben wir uns zusammengesetzt mit Rewe Freidang, mit den Landschaftsverbänden und haben dann beschlossene Inklusionsabteilung zugrunden.

00:12:36: Also einfach alle zusammen an einen Tisch geholt und geschaut, wie kann man das irgendwie bewerkstelligen, dass man da die Mitarbeitenden in den Markt holt und ihnen die Möglichkeit gibt?

00:12:45: Genau, das war eigentlich mein Anteil an der Sache.

00:12:53: Ihr habt ja jetzt schon einige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung gesammelt.

00:12:58: Was würdet ihr sagen?

00:12:59: Welche Bedeutung hat das für Sie, in einem integrativen Team zu arbeiten oder, ich sag jetzt mal, einen gewöhnlichen Job zu machen?

00:13:08: Also ich empfinde das als super spannend und grandios, weil, also ich arbeite ja nicht selber in dem Markt leider, aber... Ich höre immer mehr, wie toll man irgendwie zusammenwächst.

00:13:20: Und es gibt Situationen, die hätte man sonst nicht, weil man mehr Rücksicht nimmt.

00:13:25: Man überdenkt Dinge einfach neu, weil man, ja, man hat neue Perspektiven.

00:13:31: Und das, finde ich, ist eine Bereicherung für alle.

00:13:36: Ja, ein normaler Job bedeutet Selbstwert, Teilhabe und Unabhängigkeit.

00:13:41: Viele Menschen mit Behinderung wollen nicht besonders behandelt werden, sondern einfach dazugehören.

00:13:46: Und das ermöglichen wir mit diesen ... Inklusionsabteilung.

00:13:50: Und was würdet ihr sagen, welche Hürden gibt es vielleicht noch in Unternehmen bezüglich Inklusion?

00:13:56: oder wie könnte man die vor allen

00:13:58: Dingen eurer Meinung nach abbauen?

00:14:00: Also ich glaube, das Hauptthema sind einfach Hemmungen und sich nicht damit zu beschäftigen, weil zum Beispiel Gehör geschädigt ist für mich auch so ein Thema, wie ich gedacht habe, wie soll mir das hinkriegen.

00:14:12: Und ich glaube, es funktioniert dann einfach.

00:14:14: Man muss sich trauen, man muss es zulassen und dann einfach immer weiter wachsen.

00:14:19: Und ich glaube, das ist das Hauptthema bei den Unternehmen.

00:14:22: Und natürlich Zeit, klar.

00:14:23: Auf der einen Seite.

00:14:24: Auf der anderen Seite hat man, denke ich, einfach einen großen Mehrwert.

00:14:29: Genau.

00:14:30: Also so sehe ich es auch.

00:14:31: Es ist halt viele Vorurteile halt noch.

00:14:34: Sie sind langsamer.

00:14:36: Sie können nicht das Gleiche leisten wie nur Mitarbeiter ohne Behinderung.

00:14:40: Dem ist nicht so.

00:14:40: Man muss sich der Sache... widmen, wer muss sich damit beschäftigen.

00:14:44: Aber wenn man das tut, dann bekommt man auch noch eine Menge zurück.

00:14:47: Und ja, das sind halt die Vorteile, mit denen man noch zu kämpfen hat.

00:14:51: Aber die kann man eigentlich relativ schnell aus dem Weg räumen.

00:14:55: Und Lars, wie sind denn zum Beispiel deine Erfahrungen aus dem Frischezentrum?

00:14:59: Ihr habt da ja auch einige Mitarbeiter mit Behinderung, die du dort unterstützt.

00:15:04: Wie

00:15:05: sieht das dann nochmal aus der Perspektive im Großhandel aus?

00:15:08: Ja gut, das mache ich einmal als Schwerbindernvertretung.

00:15:10: Bin ich für die Kolleginnen und Kollegen da, die eine Behinderung haben.

00:15:14: Da haben wir auch einige.

00:15:16: Und man unterstützt Beanträgen bei vielen Kleinigkeiten, wo ich jetzt überhaupt gar nicht, was mir jetzt gar nicht so einfällt.

00:15:24: Das sind viele Sachen, dann spricht man darüber, dann macht man das.

00:15:27: Also man ist einfach für sie da.

00:15:29: Man hat ein offenes Ohr, viele Sachen kann man damit auch schon klären, dass man einfach zuhört.

00:15:35: Aber ja.

00:15:37: Das ist eigentlich so die Aufgabe als schwerwilligen Vertretung im Lager.

00:15:42: Und das zeigt ja irgendwie auch, dass man, egal ob jetzt im Großhandel oder im Markt, auf der Fläche, dass man irgendwie immer vor den gleichen Herausforderungen steht und die auch gleichermaßen bewältigen

00:15:52: kann.

00:15:53: Ja.

00:15:55: Sehr schön.

00:15:55: Was würdet ihr denn sagen?

00:15:57: Sind aus eurer Sicht so die größten Chancen fürs Miteinander?

00:16:01: Also die Rücksichtnahme, die man automatisch eingehen muss und Ja, das eigentlich, was ich eben schon so gesagt hatte, dass man einfach eine neue Sicht auf Dinge bekommt und dann seine Sicht vielleicht auch ändert oder auch die Fragen, die die Mitarbeiter stellen.

00:16:18: Ich muss dann oft schmunzeln, weil das würde kein anderer Mitarbeiter stellen.

00:16:21: Und ich finde es großartig, weil man denkt dann auch erst mal darüber nach, warum ist das jetzt gerade so wichtig?

00:16:28: Ja, das finde ich einfach positiv.

00:16:33: Ja.

00:16:34: Menschen mit Behinderung sind uns da manchmal einfach ein Stück weit voraus.

00:16:37: Die sagen dann auch freisch hinaus das, was sie denken.

00:16:40: So hart das manchmal sein mag, aber es ist einfach die Wahrheit.

00:16:44: Und da hatten wir dann auch schon mal Erfahrungen mit.

00:16:46: Und ich fand das immer total toll, wenn du jemand hast, der sagt dann einfach wirklich, was er denkt.

00:16:52: Viele denken sich ihren Teil und sagen es nicht.

00:16:54: Die sagen es.

00:16:56: Das verändert auch was.

00:16:57: Auch in den Teams verändert das.

00:16:59: Ich merke, dass bei unserem frischen Zentrum auch, wir haben ja auch diese Inklusionsabteilung gegründet.

00:17:04: Und am Anfang war auch Skepsis dabei, die haben alle gesagt, wir machen das.

00:17:07: Das fand ich auch super toll, haben auch unterstützt.

00:17:09: Und wie gesagt, es war eine anfängliche Skepsis dabei, die ist mittlerweile komplett verflogen.

00:17:14: Also der Mitarbeiter, wir haben ja drei Arbeitsplätze dafür geschaffen und ein schon ist dauerhaft besetzt.

00:17:21: Der Mitarbeiter ist eigentlich lang wie eine Bombe.

00:17:23: Alle mögen ihn, die wollen ihn auch gar nicht mehr loswerden.

00:17:28: Das macht was mit dem Team.

00:17:30: Das verändert die Sicht auf manche Sachen einfach auch.

00:17:32: Dass es vielleicht gar nicht so eine Hemmung, solche Schwellen sind, wo man drüber gehen muss, ist einfach machen.

00:17:39: Und dann wird man sehen, man bekommt eine Menge zurück.

00:17:42: Ja, und gemeinsam kann man wachsen.

00:17:44: Ich glaube, man kann immer voneinander lernen, egal in welcher Situation.

00:17:48: Auf jeden Fall,

00:17:49: ja.

00:17:49: Gibt es vielleicht auch Momente, in denen ihr überrascht

00:17:52: wart,

00:17:52: wie gut Inklusion vielleicht schon funktioniert?

00:17:56: Total.

00:17:57: Also ich denke jedes Mal, wenn ich hier in Böen bin, verrückt, wie es funktioniert und wie es mit allen zusammen funktioniert und dass ich kein, nicht das Gefühl habe, dass zum Beispiel der Marktleiter überfordert ist, sondern er sagte immer, ich mache das schon, ich mache das schon.

00:18:12: Es ist jetzt soweit, dass er auch die Personen immer nach Hause fährt abends und hat das einfach gerne gemacht.

00:18:18: und ich bin jedes Mal überrascht, weil ich auch Hemmungen hatte.

00:18:21: und ich habe auch gedacht, Gott, wie soll das funktionieren, wenn jemand nur einer in Anfangszeit nur eine Aufgabe von zehn hintereinander erledigen kann.

00:18:29: Und es funktioniert einfach, ohne dass man da groß eingreifen müsste oder das Gefühl hat, man müsste irgendwie was machen.

00:18:37: Ja, sehr cool.

00:18:39: Kann ich bestätigen.

00:18:40: Es ist so, am Anfang waren wir alle etwas vorsichtig und skeptisch und es funktioniert.

00:18:46: Man muss einfach dran bleiben und es machen.

00:18:48: Das funktioniert das.

00:18:50: Eine sehr schöne Botschaft.

00:18:52: Also traut euch.

00:18:53: Ja.

00:18:54: Und vielleicht eine Frage noch zum Abschluss.

00:18:57: Was wünscht ihr euch denn insgesamt für die Zukunft in Bezug so auf Inklusion?

00:19:02: Also ich sage immer, wenn keiner mehr drüber spricht, dann haben wir es geschafft.

00:19:06: Also wenn es einfach gar kein Thema mehr ist, wenn jeder sich bewerben kann und jeder die Arbeit erledigen kann, die natürlich seinen Stärken entsprechen, ja einfach das Stärken gestärkt werden und wir das miteinander hinbekommen.

00:19:22: Ja, was soll ich jetzt noch sagen?

00:19:23: Wir haben eigentlich alles gesagt, die Melanie.

00:19:25: Es ist so, ja.

00:19:26: Wenn wir irgendwann Inklusion leben, ohne das Inklusion nennen zu müssen, dann haben wir es geschafft.

00:19:34: Und ihr beide tracken großen Teil dazu bei, dass es vorangeht.

00:19:37: Danke euch.

00:19:38: Danke.

00:19:39: Danke.

00:19:42: So, jetzt kommt unser Jingle für die persönlichen Fragen.

00:19:45: Habt ihr Lust, darf ich euch ein paar stellen?

00:19:48: Sehr

00:19:48: gerne.

00:19:49: Sehr gut.

00:19:50: Dann erzähl mir doch mal, wofür gebt ihr im Alltag gern unnötig viel Geld aus?

00:19:54: Ich hab Angst zu antworten, weil mein Mann wird den Podcast auch hören.

00:19:58: Anziehsachen, soll

00:20:00: ich sagen, Klamotten.

00:20:03: Ja, bei mir sind's in der Tat Schuhe.

00:20:05: Also, ich geb vermögen von Schuhe aus.

00:20:06: Der

00:20:07: Klassiker.

00:20:08: Eigentlich ja.

00:20:08: Meine Frau sagt immer, es gibt es doch gar nicht.

00:20:10: Wie kann man so viel Schuhe haben?

00:20:11: Die ganze Treppe ist voller Schuhe.

00:20:12: Ich hab die im Kasten stehen und das ist halt ...

00:20:16: Kommt vor.

00:20:18: Kann, glaub ich, jeder irgendwie nachvollziehen.

00:20:20: Ja,

00:20:20: ihr auf jeden Fall.

00:20:23: Dann meine nächste Frage.

00:20:24: Was möchtet ihr unbedingt mal erlebt

00:20:26: haben?

00:20:28: Also, ich hab da gar nicht so die Antwort drauf.

00:20:31: Was möchte ich unbedingt erlebt haben?

00:20:33: Schöne Reisen, viel von der Welt sehen, nette Menschen kennenlernen immer wieder.

00:20:39: Ich glaub, das ist so.

00:20:41: Das ist

00:20:41: auch ein guter Plan.

00:20:44: Ja, dem schließe ich mich eigentlich an.

00:20:46: Das ist bei mir dasselbe.

00:20:47: Was kann ich tun?

00:20:48: Was wünsche ich mir?

00:20:50: Gesund zu bleiben, mit der Familie Urlaube zu genießen, das Leben zu genießen.

00:20:56: Das ist so meiner Sache, die ich mir wünsche.

00:20:59: Und welche drei Dinge dürfen bei euch im Kühlschrank nicht fehlen?

00:21:03: Milch.

00:21:04: Ich habe eigentlich nur Milch wegen Kaffee.

00:21:06: Weil wenn ich keinen Kaffee trinken kann, dann geht gar nicht so.

00:21:09: Ohne Milch funktioniert es nicht.

00:21:11: Schokolade und ... Leckerer Käse.

00:21:16: Ja, gute Kombi.

00:21:21: Ich habe mich auf die Frage vorbereitet.

00:21:23: Und?

00:21:23: Joghurt, Magerquark und Oliven.

00:21:26: Oh, auch nicht schlecht.

00:21:28: Das sind so

00:21:29: die drei Dinge, die ich immer haben

00:21:30: muss.

00:21:33: So, vielen Dank euch beiden an der Stelle nochmal für eure offenen Einblicke und die Zeit, die ihr euch genommen habt.

00:21:39: Ihr zeigt vor allen Dingen einfach, wie wichtig es ist und vor allen Dingen auch gleichzeitig, wie machbar es ist, Inklusion im Arbeitsalltag einfach zu integrieren und dass es sich einfach immer lohnt, wenn man es einfach anpackt und macht.

00:21:53: Danke euch!

00:21:55: So, liebe Hörerinnen und Hörer, hat es euch auch genauso gut gefallen wie uns?

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00:22:09: Wir sagen

00:22:09: Danke fürs

00:22:10: Zuhören.

00:22:11: Und wenn ihr Ideen, Themen, Wünsche oder Gastvorschläge habt, dann schreibt uns ganz einfach eine E-Mail an ladengeflüster-dortmund.de.

00:22:18: Wir hören uns dann wieder in zwei Wochen mit einer brandneuen Folge von Ladengeflüster.

00:22:24: Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit und lasst es euch gut

00:22:31: gehen.

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